Jüngste Kritiken

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Allgemeine Zeitung Ingelheim
Rhein Main Presse
Mittwoch, 17.Januar 2007
Von Andreas Scherer

NEUE CD VON MONICA VON SAALFELD

Monica von Saalfeld (Klavier) bildet zusammen mit Norman Weidmann (Klarinette) das DUO RUSINOV.

Namensgeber ist ein bulgarischer Saxophonist und Komponist(1933 – 2000), dessen „20 Stücke für Klarinette und Klavier“ von 1989 die beiden jetzt auf einer CD eingespielt haben. Klassik, Blues und Jazz vermischen sich hier auf eigentümlich melancholische Weise mit Harmonien und Melodiebögen wie man sie auch von dem rumänischen Panflötisten Gheorghe Zamfir im Ohr zu haben glaubt.
Der  in Sofia geborene Svetozar Rusinov war zu allererst Saxophonist.
Stationen seiner Karriere waren das Bulgarische Zirkusorchester, die Big – Band des
Bulgarischen National – Radios und deutsche Orchester.
Außerdem unterrichtete er Saxophon in den Jazz- und Pop-Musik Abteilungen der Hochschulen von Sofia und Moskau.

All‘ diese Einflüsse sind unüberhörbar in seine Kompositionen eingeflossen, die von Weidmann und von Saalfeld mit einfühlsamer Zurückhaltung interpretiert werden.

Das Cover der CD hat Katharina von Saalfeld gestaltet, die Fotos des Booklets sind von Peter von Saalfeld.

 

Hünfelder Zeitung, 29.03.2005

 

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Der Komponist schaute selber vorbei

Auftaktkonzert zum Burghauner Musiksommer mit Klarinette und Klavier im Herrenhaus

von Matthias Steinmacher

BURGHAUN:

Einen temperamentvollen Auftakt erlebte der achte Burghauner Musiksommer im Herrenhaus. Monica von Saalfeld (Klavier) und Norman Weidmann (Klarinette) hatten ein ansprechendes Programm mit Werken aus Romantik und Gegenwart zusammengestellt.
Nicht nur die Werkauswahl, auch die Komponisten selbst waren in freundschaftlicher Weise verbunden.

In das Schottische Hochland führten die eröffnenden "Schottischen Bilder" für Klavier und Klarinette von Karl Loewe. Felix Mendelssohns Venezianisches Gondellied für Klavier aus dem Zyklus "Lieder ohne Worte" erinnerte in schöner Weise an die Wellen in Venedigs Wasserstraßen. Es folgte eine bewegende Romanze für Klarinette und Klavier von Elisabeth von Sachsen - Meiningen.

Mit "Nocturno" und "Arabeske" betrat schließlich ein zeitgenössischer Komponist im wahrsten Sinne des Wortes die Bühne, denn der Autor beider Werke, Holmer Becker war eigens zu diesem Konzert aus Nürnberg angereist, was von den Musikfreunden im Herrenhaus mit begeistertem Applaus aufgenommen wurde.

In Alexander Gretschaninows elfsätziger "Suite miniature" glänzten beide Spieler mit der gekonnten Darstellung unterschiedlichster Temperamente und konnten auch alle Nuancen ihrer Instrumente voll zur Geltung bringen, bevor es dann in den "Slawischen Melodien" von Swetosar Rusinow, einem im Westen gänzlich unbekannten russischen Komponisten im schönsten New Orleans-Stil auch richtig fetzig wurde.

Hier bewiesen beide ihr improvisatorisches Talent, denn der Komponist hatte seinen Melodien keine Begleitung hinzugefügt, lediglich amerikanische Akkordsymbole waren stellenweise vorhanden. Bewußt forderte er von den Interpreten das Einbringen des eigenen künstlerischen Genius. Beide Musiker können auf eine langjährige Konzertlaufbahn zurückblicken. Sicherlich ist es eine große Ehre, dieses Duo zu seinen Gästen gezählt zu haben.

Mit lyrischem, pointiertem, stets lebendig überlegenem Spiel begeisterten sie ihr Publikum, das sie erst nach zwei weiteren Zugaben ins Foyer des Herrenhauses entließ, wo sich Künstler und Publikum bei Brot, Wein und Käse einer munteren Plauderei hingaben.

 


 

Kammermusikalisches Kabinettstück

(Bericht von Werner Brandt am 07.Oktober 2004)

Eine kleine , aber sehr konzentriert zuhörende und mitgehende Schar war zu dem Kammer- musik-Konzert in der Versöhnungskirche erschienen.Einen Abend lang nur Klarinette und Klavier,unterbrochen durch das weich gespielte "Gondellied" für Klavier -Solo von Mendelssohn - Bartholdy , - würde der Klang nicht zu gleichförmig bleiben?

Im Gegenteil:Gestaltung, Artikulation der Künstler und die reizvolle Wahl der Kompositionen ließen diesen Abend zu einem kammermusikalischen Kabinettstückchen werden!

Mit Karl Loewe's "Schottischen Bildern" gelang Norman Weidmann, Klarinette und Monica von Saalfeld,Klavier,eine weiche, singende Wiedergabe, in der das Dudelsack - Thema besonders witzig wirkte.

Die "Romanze" der unbekannten Komponistin Marie - Elisabeth von Sachsen - Meiningen war eine Trouvaille:Weidmann beherrschte die großen Intervalle mit klarer Tongebung, das Klavier imitierte Motive in brillanter Technik und im schwärmerisch - schwelgenden 2.Teil gerieten exacte Läufe und Verzierungen zu einem einfühlsamen Miteinander.

Das folgende "Nocturno" stellte der Komponist Holmer Becker persönlich vor, und seine Erläuterungen trugen zum besseren Verständnis bei:eine Liedform hatte wesentlich die Buchstaben - Noten des Auftraggebers als immer wiederkehrende Motive, die, wie ein Fugenthema, häufig gekrebst und gespiegelt wurden, den tonalen Bereich nicht verließen,und zu intensivem Mithören zwangen.Dazu brillierte das Klavier in gestochenen Staccati.

Ebenfalls die "Suite miniature" des Russen Alexander Gretschaninow ist in Deutschland weitgehend unbekannt, - zu Unrecht:enthielt sie doch vielerlei abwechslungsreiche Miniaturen, die von beiden Künstlern teils lustig - spritzig, teils sehnsuchtsvoll, aber auch sehr tänzerisch gespielt wurden.

Schließlich konnte Norman Weidmann mit Swetosar Rusinow's "Slawischen Melodien"die ganze klangliche und technische Bandbreite seiner Klarinette sehr eindrucksvoll darstellen: Nach einer St.Louis - Blues - Improvisation mit schönen Kantilenen von Monica von Saalfeld, musizierte Weidmann mit jazzigen Verschleifungen, selbsverständlichen Syncopen;Konnte in tiefen Lagen eine weiche Melancholie entwickeln, aber auch schwierigste Läufe unglaublich leicht nehmen.Dazu die improvisierte Begleitung, teils Rumba - und Tango - ähnlich, in bester Homogenität, kurz, die begeisterten Hörer erzwangen eine schmunzelnd - brav tonale "Ich liebe dich" - Zugabe.

Werner Brandt (Do 7. Oktober 2004)

 


 

Schöne Homogenität

"Trio Devienne" mit vielfältigem Programm
wbr. - Im Rahmen der Herbstmusiktage gastierte das"Trio Devienne" mit einem kontrastreichen Programm in der Saalkirche - Ingelheim. Den Rahmen des Programms bildeten Kompositionen vonFrançois Devienne, dem "französischen Mozart". Schon im ersten Trio concertant demonstrierten Robert Dohn, Flöte,
Hans - Rolf Hauck, Violoncello und Monica von Saalfeld, Klavier, den galanten Charme des französischen Komponisten:den ersten Satz mit Musizierfreude, variantenreicher Artikulation des Flötisten und großem Cello - Ton, den zweiten sehr cantabel mit schönen Umspielungen des Klaviers, und das abschließende Rondo spritzig mit reizvollen Zwischenspielen.
Der Holländer Pieter Hellendaal gab mit seiner viersätzigen G - Dur - Sonate für Violoncello und Klavier Hans - Rolf Hauck Gelegenheit, sein Instrument bestens vorzuführen: leicht genommene, sauberst intonierte Verzierungen, Echo - Wirkungen, extrem virtuose Geläufigkeit.
Joseph Haydns"Trio für Klavier, Flöte und Violoncello in D - Dur" musizierten die Künstler in gutem Zusammenspiel: perlende Klavierläufe eröffneten, Überraschungspausen ließen aufhorchen, das Cello setzte häufig eine raumfüllende "Basis" über der die Flöte mit weichem Vibrato schwebte.
Eine noch größere musikalische Steigerung gelang Robert Dohn in Faurés Fantaisie pour flûte et piano op.79, in der besonders die auf der Flöte schwierigen dynamischen Unterschiede extrem ausgespielt wurden, sowie Hans - Rolf Hauck in der "Elégie", die dem Cello die warmen Töne geradezu entlockte.
Der Höhepunkt des Abends war Robert Dohns Komposition"Fantaisie Caprice Vivaldi" für Flöte und Klavier, höchst schwierig für beide Instrumente. Das Thema einer Vivaldi - Sonate wird zitiert, verfremdet, zerfetzt.Ruhe kämpft gegen Hektik. Der Hörer wurde durch Dohn's Komposition und dessen faszinierendem Spiel in extremer Spannung gehalten.
Mit Deviennes "Grazioso con Variazioni"verabschiedete sich das Trio in schöner Homogenität.

 

Allgemeine Zeitung . Rhein - Main - Presse am Montag, 10.November 2003 1G1110 A

 

 

Auswahl vorangegangener Kritiken von 1998-2002:

1. Mit Blumenlieder in die Welt der Romantik
Allgemeine Zeitung Mainz-Bingen, Rhein Main Presse, Di 30.Juni 1998

2. Freudige Leichtigkeit
G1110A aus Rhein Main Presse 25. Januar 2001

3. Sandmann im  Parterre
RZ - NR.223 - Dienstag  25.September 2001

4. Trechtingshausen & Schlangenbader Herbst
Rhein Main Presse 27.11.2001 - Schlangenbader Nachrichten 14.-23.09.2001

5. Das  "Trio Devienne" in der Villa Sachsen
Die Natur als musikalischer roter Faden & Zauber der Romantik
G1110A Rhein Main Presse Nr. 20 / Donnerstag, 24.Januar 2002
Binger Wochenblatt vom 17.01.02

6. Festliches Konzert: Gekonnte Uraufführung
Trio Devienne: Genuss zur Mittagszeit
G1110 A,  Allgemeine Zeitung Mainz Bingen Rhein-Main Presse Nr.150,  2.Juli 2002
Solinger Morgenpost  Montag 4. März 2002 Nr.53

7. Geschichten  und Lieder aus der Weihnachtszeit
Allgemeine Zeitung Nr.: 285/Samstag, 7.Dezember  2002 - Rhein Main Presse